Der Cayman GT4, ein Auto mit dem Porsche exakt den Nerv getroffen hat. Er fokussiert wie ein GT3, ist dabei leichter, hat eine feinere Balance und ist nicht so komplett jenseitig, was die Fahrleistung angeht. Doch das Wichtigste: er ist handgeschaltet. Ein Fahrerauto, wie man es aus Stuttgart fast nicht mehr erwartet hat.

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Eingeschlagen ist er wie die sprichwörtliche Bombe. In den Porsche-Zentren wird sich um die Verträge gerissen, es werden gar massive Aufgelder gezahlt nur um einen GT4 sein Eigen nennen zu können.

Und auch wenn nun die ersten GT4 bei den Touristenfahrten und diversen Trackdays an den Rennstrecken dieser Welt auftauchen, hat man in Stuttgart nun die nächste Stufe gezündet. Aber nicht etwa in Zuffenhausen, sondern in Weissach. Der Neue ist nämlich ein waschechter Spross der Porsche Motorsport Abteilung. Cayman GT4 Clubsport ist sein Name – der ein bisschen untertreibt. Denn als Clubsport ist hier nicht etwa eine etwas ausgeräumte Variante für den regelmäßigeren Einsatz auf der Rennstrecke gemeint, sondern eine Waffe, die ausschließlich auf den Rundkurs gehört.

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Mit dem Serienauto gemein hat der Clubsport den 3.8er Boxer aus dem Carrera S, der auch im Motorsportumfeld solide 385 PS leistet. Eskapaden in Richtung höhere Drehzahl und anderem klassischen Tuning hat man mit Blick auf die Revisionszyklen und vor allem der Kosten bewusst vermieden. Beim Getriebe allerdings muss man sich von der romantischen Handschaltung verabschieden. Weil man beim Zeitenfeilen sonst einfach zu viele Zehntel mit dem manuellen Durchreißen liegen lassen würde, verfügt die Rennversion über ein angepasstes Sechsgang-Porsche-Doppelkupplungs-Getriebe mit Schaltwippen am Lenkrad und eine rennsportspezifische Lamellensperre.

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Beim Fahrwerk gehen die Unterschiede weiter. Vertraut der Cayman GT4 auf die Komponenten seines großen (straßenzugelassenen) Bruders 911 GT3, orientiert sich auch der Clubsport am großen Bruder aus dem Motorsport. Er leiht sich die Teile entsprechend vom GT3 Cup. Die Leichtbau-Federbein-Vorderachse hat sich dort ebenso bewährt, wie die erleichterte Hinterachse mit angepassten Querlenkern aus der deutlich teureren Kundensport-Allzweckwaffe.

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Die üppig dimensionierte Rennbremsanlage ist mit im Durchmesser jeweils 380 Millimeter großen Stahlbremsscheiben ausgestattet. Vorne mit einteiligen Sechs-Kolben-Aluminium-Festsätteln, hinten in einer Variante mit vier Kolben. Das Antiblockiersystem lässt sich in zwölf Stufen einstellen. Das elektronische Stabilitätsprogramm ist auf die Verwendung von Slickreifen erweitert. Die Servolenkung wird elektromechanisch betrieben.

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Das Gewicht liegt bei 1300 kg – inklusive des serienmäßigen Sicherheitskäfigs und dem Serientank mit 90 Litern Fassungsvermögen. An der Vorderachse kommen serienmäßig 18 Zoll große Fünf-Loch-Schmiedefelgen mit Michelin Reifen der Dimension 25/64-18 zum Einsatz, hinten ebenfalls 18 Zoll große Fünf-Loch-Schmiedefelgen mit der Reifendimension 27/68-18.

Bleibt der Preis. 111.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer verlangt Porsche Motorsport für den Cayman GT4 Clubsport. Eingesetzt werden kann er in der VLN, den GT4-Serien des SRO, der Pirelli GT3 Cup-Trophy in den USA, der Ultra 94 GT4 Cup-Challenge im benachbarten Kanada und den Clubrennen des Porsche Club of America. Selbstredend kann er auch in sämtlichen weiteren Rennserien auf Clubsport-Niveau homologiert werden.

Ein besonderes Schmankerl hat sich Porsche Motorsport gemeinsam mit Manthey Racing ausgedacht. So wird es im kommenden Jahr innerhalb der VLN einen neuen Markenpokal geben: die Porsche GT4 Trophy. Das Einsatzfahrzeug ist allerdings nicht der serienmäßige GT4 Clubsport, sondern – wer hätte es gedacht – der GT4 Trophy. Auf Basis des Clubsport baut Manthey Racing unter Führung von Nicolas Raeder eine für den Ring angepasste Variante auf.

Neben einer exklusiven Feder-Dämpferabstimmung gibt es einen 100l-FT3-Tank serienmäßig, einen Recaro P1300GT-Sitz, Hebeanlage, Feuerlöschsystem, sowie das obligatorische Fensternetz. Und eine Klimaanlage.

Was der GT4 Trophy gegenüber dem Clubsport kostet, konnten wir derzeit noch nicht aus den Verantwortlichen herauskitzeln, die Nachfrage nach den Starterplätzen soll aber bereits sehr hoch sein.

 

 

 

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