„Ja ja, eigentlich habt ihr ja Recht. Der Name GT5xx ist noch etwas übertrieben, aber wir sind ja auch noch nicht am Ziel angekommen. Und ihr könnt mir glauben, mit 450 PS und 500 Nm geht unser Baby auf der Piste schon jetzt mächtig ab.“ Das glauben wir Philip Stegemann, Gründer und Chef von MPS Engineering. schon nach den ersten Metern. Dieser kleine, optisch wie technisch aufgedonnerte Toyota GT86 geht wahrlich mächtig nach vorne.

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Dabei ist der ehemals 200 PS starke Hecktriebler mit dem frei saugenden Zweiliter-Boxermotor unter der Haube tatsächlich keineswegs ein klassisches „Tuning-Modell“, sondern als echtes Tracktool geplant und gebaut wurden. „Wir wollten ein straßentaugliches Rennauto bauen, mit dem man am Wochenende auf der Rennstrecke aber auch mal die Sau fliegen lassen kann. Navi und Hifi haben wir drin gelassen und geschaut, dass der Wagen im Alltag nicht durch extreme Härte oder Lautstärke übermäßig nervt.“

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Sicher, die auffällige Lackierung in Ibis-Weiß und das Widebodykit von Rocket Bunny aus Japan machen den Wagen auf der Piste kein Stück schneller, sehen doch wohl aber cool aus und geben unserem GT5xx den besonderen Touch. Natürlich ist beides aber optional. Wer will, kann seinen GT86 bei uns nur technisch aufrüsten lassen und so zum echten Sleeper machen.

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Die Haupt-Zutat der Verwandlung vom GT86 in einen GT5xx ist der große GT3040-Turbo von HKS, der seine Luft aus einem speziellen Ladeluftkühler von MPS bezieht. Ebenfalls neu sind der T3 Twin-Scroll-Krümmer und die zwei Wastegates. Und auch die nur acht Kilogramm schwere Titan-Abgasanlage von Tomei sucht man beim Serienmodell natürlich vergeblich.

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Damit der Motor die mehr als verdoppelte Leistung auch dauerhaft gut verträgt, wurden seine Innerrein durch neue Schmiedekolben und verstärkte Pleuel von Pauter auf Vordermann gebracht. Außerdem sorgen drei neue Ölkühler (Motor, Differential, Getriebe) für stets optimale Temperaturen an der Schmiermittel-Front.

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Besohlt ist das Tracktool von MPS Engineering aus Dülmen im Alltag mit Hankook evo S1-Gummis im Format 225/35 19 vorn und 275/30 19 hinten. Aufgezogen sind die Reifen auf XXR-Felgen (19×9,75 und 19×10,75). Geht’s auf die Rennstrecke, kommen Semis von Federal (FZ201) im Format 225/40 18 und 265/35 18 (vorn/hinten) zum Einsatz. Auch diese weichen Pneus sind auf Felgen von XXR aufgezogen (18×8,8 und 18×10).

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Hinter den vorderen Felgen steckt eine Bremse vom Porsche GT3 Cup, deren 380 Millimeter messenden Scheiben von 6-Kolben-Monoblock-Sätteln von Brembo in die Zange genommen werden. Außerdem vertraut MPS auf ein Competition-Fahrwerk von KW sowie verstellbare Domlager von Tein.

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Im Cockpit wurde –wie bereits eingangs erwähnt – keine Radikalkur wie bei anderen Tracktools durchgeführt, weshalb der GT5xx auch als Clubsport-Modell durchgeht. Aber natürlich flog die Rückbank raus, es kommen Vierpunkt-Gurte (Schroth) zum Einsatz und ein Überrollkäfig (Wiechers) wurde auch verbaut. Zudem fand ein 330 Millimeter messendes Lenkrad von Sparco seinen Weg in den GT5xx und das Armaturenbrett wurde noch mit Alcantara bezogen – das Auge fährt ja schließlich mit.

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Wie anfangs erwähnt, ist der Name GT5xx derzeit noch etwas hochgegriffen, die 500 PS-Hürde will MPS Engineering aber definitiv noch knacken und selbst dann soll nicht Schluss sein. „Und wer weiß“, verrät Philip Stegemann am Ende unseres Besuchs, „vielleicht müssen wir unser Baby ja bald sogar in GT6xx umbenennen.“

 

Technische Daten

Basisfahrzeug:

– Toyota GT86

– Baujahr 2013

– 200 PS

Motor/Getriebe:

– HKS GT3040 Turbo (vergleichbar mit Garrett GTX3076)

– T3 Twin-Scroll-Krümmer mit zwei Tial Wastegates

– Verdichung reduziert

– Schmiedekolben

– Neue Pleuel von Pauter

– EcuTek Software Abstimmung mit Launch Control, Flat Foot Shifting, Boost Control

– Mehrere Fahrmodi mit verschiedenen Leistungen und Drehmoment-Verläufen für individuellen Einsatzzweck

– Kraftstoffversorgung angepasst

– Titan-Abgasanlage von Tomei

– Manley I-Beam Pleuel

– Ladeluftkühler bis 600 PS von MPS

– Ölkühler

– Zwei-Scheibenkupplung von Exedy

– Differential-Ölkühler

– Getriebe-Ölkühler

– derzeitige Leistung: 450 PS und 500 Nm

Fahrwerk:

– KW Competition-Gewindefahrwerk

– verstellbare Domlager von Tein

Bremse:

– GT3 Cup Bremsanlage vorne 380 x 32 mm mit

– 6-Kolben Brembo Monoblock Sättel

Reifen & Felgen:

– XXR 19×9,75 und 19×10,75 mit 225/35 19 und 275/30 19 (vorne/hinten) Hankook evo S1

– XXR 521 18×8,5 und 18×10 mit 225/40 18 und 265/35 18 (vorne/hinten) Federal Fz201 Soft Mischung

Innen:

– Sparco Lenkrad (330 mm)

– Armaturenbrett mit Alcantara bezogen

– Wiechers-Überrollkäfig

– Rückbank ausgebaut

– Schroth 4-Punkt-Gurte

Außen:

– Breitbaukit von Rocket Bunny

– Neulackierung in Ibisweiß

 

 

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