Na also, Tesla, es geht doch! Ihr könnt ja doch „leicht“. Eine Gewichtsersparnis von gut 500 Kilogramm ist eine deutliche Ansage, auch wenn es sich beim Tesla Model S für die Electric GT Weltmeisterschaft um ein Fahrzeug handelt, das so nicht mehr zulassungstauglich ist.

Doch das spielt auch nur eine untergeordnete Rolle: denn das rennfertige Model S (und die gesamte Meisterschaft, die einzig und allein mit Tesla-Autos bestritten wird) zeigt eindrucksvoll, wie gut Elektroantriebe und Motorsport zusammengehen können, sofern man einige Kompromisse eingeht, die bei herkömmlichen Tracktools gar nicht bedacht werden müssen.

Grundlage für den Umbau war ein herkömmliches Model S P100D, das Dank seiner gut 770 PS und knapp 1000 Newtonmeter Drehmoment schon im Serienzustand so manch gestandenem Sportwagen zeigt, wo der Beschleunigungshammer hängt. Für die Electric GT flog hingegen alles raus, was in irgendeiner Form noch mit Luxus zu tun hatte – also das gesamte Interieur. Bis auf das fette Tablet in der Mitte, das offenbar lebensnotwendig ist, sieht das Endergebnis schon ziemlich nach Rennwagen aus, auch wenn unter der Haube  zwei(respektive zwischen den Hinterrädern einer und einer an der Vorderachse) Elektromotoren sitzen, die ihre Power aus einer 100-Kilowattstunden Lithium-Ionen-Batterie beziehen. Letzten Endes sparte man nach ein paar Eingriffen an Chassis, Fahrwerk und Bremsen ganze 500 Kilogramm – den Überrollkäfig bereits eingerechnet.

Wie sich so etwas dann fährt, vermögen wir kaum zu mutmaßen. Fakt ist: 100 Km/h sind bereits nach sagenhaften 2,1 Sekunden erreicht (noch einmal 0,4 Sekunden schneller als seine Basis), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 Kilometern in der Stunde und dank speziell entwickelter Slicks von Pirelli dürfte sich auch die Kurvenlage deutlich ins Positive verändert haben. Wie sich der Tesla beim Electric GT-Pokal so macht, werden wir kommende Rennsaison erfahren, wenn insgesamt 10 Teams unter anderem auch am Nürburgring Halt machen werden. Je Rennwochenende rechnet man mit einer 20-minütigen Trainingssektion und einer einstündigen Qualifikation, bevor es zu zwei Rennabschnitten á 60 Kilometer am Tag und in der Dämmerung geht.

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